Die letzte Zigarre für Opa
„Wir haben gehört, Sie feiern das Leben. Unser Opa hat immer gerne Zigarre geraucht. Könnten Sie bei der Trauerfeier eine Zigarre rauchen für ihn?“ – Wenn es um den Tod geht, sind solche Anfragen nicht selten. Ehrlich. Zumindest bei mir. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass ich dem Anlass der Trauerfeier ein frisches Gewand anziehe – ohne den Tod dabei zu beschönigen oder gar zu nihilieren.
Vielmehr geht es mir darum, dass diese Feiern den Anwesenden – ob Familie, Freunde, Kollegen, Vereinskameraden oder andere Weggefährten – Kraft und Mut schenken soll. Diese 30 Minuten (oder länger) sollen erinnern, Schätze des Lebens heben, ganz unterschiedliche Epochen erstrahlen lassen und dankbar zurückblicken auf die gemeinsame Zeit. Dafür braucht es keinen chronologischen Lebenslauf und keine Jahreszahlen, sondern Atmosphäre und starke Bilder, um den Verstorbenen in all seinen Facetten zu porträtieren. Auf dass alle Wegbegleiter am Ende sagen: „Genau so war er. Das hätte ihm gefallen.“
Lebensfeiern nenne ich diese Abschiede gerne (und mittlerweile haben auch einige Kolleg:innen das Wort für sich entdeckt). Aber wichtiger als der Begriff ist der Inhalt, die Herangehensweise. Als Lebensredner spreche ich nicht abstrakt über einen Verstorbenen, sondern ganz konkret. Die Details machen den Unterschied. Manchmal rede ich auch mit ihm. Und Rituale gehören natürlich dazu: Nicht irgendwas aus dem Katalog, sondern etwas, dass den Gästen hilft. Ich freue mich, dass sich die Trauerkultur wandelt und öffnet, weg von tradierten Standards und hin zu individuellen Lösungen. Ich könnte einen ganzen Abend davon erzählen…
Und wenn es der Zigarrenduft ist, dann baue ich genau das ein. Weil ich weiß: Auch wenn das letzte Wort verklungen, der Rauch der Zigarre in den Himmel steigt, die Erinnerung bleibt. Und in Erinnerung leben Menschen in uns weiter – wenn auch unsichtbar.
Begleitet mich auf die größte Abenteuerreise – das Leben. Mit Humor und Tiefsinn. Ich erzähle – manchmal auch mit Gästen – von großen Festen wie Hochzeit, Taufe und natürlich auch Abschied. Die Trauerfeier, letzte Fest eines Menschen auf Erden. Bei all diesen Lebensereignissen spreche ich als freier Redner – als Wunschredner.
Und alle dieser Feierlichkeiten haben eines gemeinsam: Es geht um Leben, Lieben, Lachen.
Ja, auch bei der Trauerfeier darf geschmunzelt werden. Und auch Episoden aus dem Familienleben bleiben nicht verborgen. Von der Erdbestattung eines Regenwurms bis zur Verwandlung von Wasser in Eis.