Ist das Ihr Ernst?
Ich liebe meinen Beruf als Trauerredner. Das ist für mich nicht nur so eine Passion nach Feierabend, sondern mein Hauptberuf. Dafür habe ich eine professionelle Ausbildung gemacht, habe eine EU-Personenzertifizierung abgelegt, davor im Journalismus und der Wissenschaft gearbeitet, promoviert. Aber all das ist eigentlich gar nicht wichtig, wenn ihr mich bucht. Es geht nicht um das, was ich gemacht habe, sondern das, was ich für euch tun kann.
In einer Phase, in der ihr vermutlich in tiefer Trauer steckt, allerlei Bürokratie um euch habt und trotzdem den Abschied für einen Lieblingsmenschen organisieren müsst. Vielleicht ist es aber auch ganz anders: Der Tod als Erlösung. Oder es gibt Konflikte und ihr seid trotzdem in der Verantwortung den Abschied zu planen.
Die Gemengelage ist oft ganz unterschiedlich, aber eines ist immer gleich: Ich gestalte die Lebensfeier mit Herzblut. Ob die Familie in wünschenswerter Eintrat ist oder im Zwist. Ich sehe den Menschen sehe, den es zu verabschieden gilt. Und ich begleite euch mit ganzem Herzen, Erfahrung und hoher fachlicher Expertise. Aber immer auf Augenhöhe. Mit mir könnt ihr reden wie mit einem guten Freund, genau das ist mir wichtig. Ihr schenkt mir Vertrauen, ich schenke euch volle Aufmerksamkeit und einen Rundum-Service.
Neulich sagte mit eine Witwe nach der Trauerfeier: „Das war bestimmt nicht leicht bei uns, aber Sie haben das ganz fabelhaft gemacht.“ In dieser Situation habe ich nur gesagt: „Das habe ich gerne für Sie gemacht.“ Diplomatisch, ja, das kann ich auch. Aber ehrlich: Es war nicht einfach. Unterschiedliche, teils konträre Sichtweisen. Brüche im Leben und Charaktereigenschaften, die das Ehren und Würdigen erschweren.
Aber genau das ist mein Job. Es ist nicht immer leicht. Weder die Vorgespräche, bei denen es durch alle emotionalen Höhen und Tiefen geht, noch das Schreiben der Rede noch der Termin der Bestattung. Von Wind und Wetter reden wir da gar nicht. Ob es 39 Grad im Schatten sind oder minus fünf Grad. Ein kurz vor Beginn der Lebensfeier angemeldetes Flötensolo der Urenkelin oder ein spontaner Wortbeitrag der Schwester. Und wo können wir noch ein Vaterunser integrieren?
Nach jedem Trauergespräch in Leipzig oder anderswo sage ich immer: „Wenn Ihnen noch was einfällt oder Sie Fragen haben, rufen Sie mich gerne an!“ Oft höre ich dann: „Was soll noch sein? Wir sehen uns auf dem Friedhof.“ Erst diese Woche wieder, ich war kaum zuhause, da klingelte das Telefon, da kam eine E-Mail mit Ergänzungen. Wundervolle Erinnerungen. Manchmal kommen auch ganze Kapitel aus persönlichen Aufzeichnungen, oft handschriftlich, nicht immer einfach zu dechiffrieren.
All das ist inklusive in meinem Preis.
Manchmal ruft auch der Schwippschwager an und hat noch eine Idee für ein Trauerritual (zum Beispiel das Bemalen der Urne) oder eine Anekdote. Und dann rufe ich wieder bei der Auftraggeberin an und kläre es mit dem Bestatter.
Klingt nach ganz schön viel Organisation, bevor überhaupt eine Zeile der Rede geschrieben ist. Ja, ist es. Aber ich mache es gerne. Weil ich Menschen gerne eine würdevolle, leichte Zeremonie an einem schweren Tag bereiten möchte. Und da muss alles sitzen. Weil ich weiß: Es gibt keine zweite Chance.
Aber, und das muss ich auch sagen: Eine professionelle Rede kostet Geld. Genauso wie die Miete der Trauerhalle Geld kostet, der Bestatter seine Dienstleistung in Rechnung stellt, der Florist für das Binden eines Gestecks. Das summiert sich.
Manchen Kunden ist gar nicht bewusst, welche Kosten und Abgaben in eine Kalkulation einfließen und damit letztlich der Preistreiber sind. Ja, was ist der angemessene Preis für eine Trauerfeier und Trauerrede? Und ehrlich, auch ich erschrecke mich immer wieder, wenn mir Rechnungen für gestiegende Softwarelösungen ins Haus flattern, die Versicherungen teurer werden, von Strom und Gas rede ich da gar nicht. Daher kann ich die Reaktion der einen Familie in diesem Video verstehen. Aber auch die Reaktion der anderen Familie, die zeigt: Ich bin es wert. Ich verstehe beide Familien, denn mir ist bewusst: Jeder hat sein Budget.
By the way: Ich habe seit zwei Jahren mein Honorar für Trauerfeiern nicht erhöht. Obwohl in dieser Zeit meine Kosten deutlich gestiegen sind, aber ich möchte, dass sich möglichst jeder einen würdevollen Abschied leisten kann. Auch wenn ich weiß, dass es nicht jeder ist. Daher: Lasst uns fair bleiben miteinander.
Heute war ich bei einer Familie, die sich bewusst für eine Trauerfeier mit einem Freien Redner entschieden hat. Wir haben über vieles gesprochen, auch über Geld. Mir ist bewusst geworden, dass es für diese Familie nicht leicht ist. Das Sozialamt zahlt nur einen Bruchteil (und dafür bekommst du keine Rede). Aber ihnen ist es das wert, die Mutter, Oma und Uroma zu feiern. Einfach, weil sie wissen: Diese Frau hat so viel für uns getan, sie verdient ein schönes letztes Fest auf Erden. Und das werden wir ihr gemeinsam bereiten.
Und gerade jetzt, wo dieser Beitrag online gehen soll, 22:41 Uhr, bin ich erreichbar. Und beantworte schnell die E-Mail einer Familie, weil ich weiß: In der Trauer gibt es keine Öffnungszeiten.
(Foto: Rick Metzner)
Begleitet mich auf die größte Abenteuerreise – das Leben. Mit Humor und Tiefsinn. Ich erzähle – manchmal auch mit Gästen – von großen Festen wie Hochzeit, Taufe und natürlich auch Abschied. Die Trauerfeier, letzte Fest eines Menschen auf Erden. Bei all diesen Lebensereignissen spreche ich als freier Redner – als Wunschredner.
Und alle dieser Feierlichkeiten haben eines gemeinsam: Es geht um Leben, Lieben, Lachen.
Ja, auch bei der Trauerfeier darf geschmunzelt werden. Und auch Episoden aus dem Familienleben bleiben nicht verborgen. Von der Erdbestattung eines Regenwurms bis zur Verwandlung von Wasser in Eis.