Ihr Browser ist veraltet
Um sicher im Internet zu surfen und moderne Websites richtig darzustellen, empfehlen wir Ihnen ein Update.
Hier auf Updates prüfen
Hero Image
25. September 2026

Warum wir Verstorbenen eine gute Reise wünschen

Auf einem Luftballon bei einer meiner jüngsten Trauerfeiern stand ein Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist: „Adieu, gute Reise.“ Drei Worte hinter denen erstaunlich viel steckt. Denn was meinen wir eigentlich, wenn wir einem verstorbenen Menschen eine gute Reise wünschen?
Warum wir Verstorbenen eine gute Reise wünschen

Ich weiß nicht, wohin Tote gehen. Und ich finde, das muss ich auch nicht wissen.

Wir wissen nicht, wohin diese Reise führt

Trauerredner Leipzig, Wunschredner, Tobias Höhn, Lebensfeier, Friedhof, Redner Menschen haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was nach dem Tod kommt. Manche glauben an Gott und an ein Wiedersehen. Andere an eine Form von Weiterleben, an Energie, an eine neue Existenz. Wieder andere sagen ganz klar: Mit dem Tod endet das Leben.

All das darf sein. Genau deshalb gefällt mir das Bild von der Reise so sehr. Es schreibt nichts vor und behauptet nichts. Es lässt Raum für Glauben, für Zweifel, für Hoffnung. Und auch für das Nichtwissen. „Gute Reise“ kann jeder auf seine Weise verstehen.

„Komm gut an“ sagen wir unser ganzes Leben

Vielleicht berührt uns dieser Satz auch deshalb, weil wir ihn aus unserem Alltag kennen. Wir verabschieden unsere Kinder morgens auf dem Weg in die Schule, bringen einen Freund zum Flughafen und Winken am Zugleis dem ausfahrenden Zug hinterher. Wie oft habe ich von meinen Eltern die immer wieder gleichen Sätze gehört, wenn ich ins Auto steige: „Fahr vorsichtig. Meld dich, wenn du angekommen bist. Gute Reise.“

Hinter diesen Sätzen steckt keine große Philosophie. Hinter diesen Sätzen stecken Liebe und Angst gleichermaßen. Sie sagen: Du bist mir wichtig. Ich möchte, dass es dir gut geht.

Beim letzten Abschied ist alles anders

Beim letzten Abschied ist das anders. Da kommt keine Nachricht mehr. Kein „Bin gut angekommen“, kein Foto vom Zielort, kein kurzer Anruf. Und trotzdem bleibt dieses Bedürfnis: einem Menschen noch etwas mitzugeben. „Gute Reise“ ist für mich genau das, ein letzter inniger Wunsch.

Was bleibt, ist die gemeinsame Strecke

Wenn ein Mensch stirbt, ist oft vom Ende die Rede. Als Trauerredner wechsle ich viel lieber die Perspektive. Mich interessiert, was davor war, die gemeinsam zurückgelegte Strecke, die gemeinsam verbrachte Zeit.

Die Jahre, die Menschen miteinander hatten. Die geraden Wege und die kurvigen Umwege, die leichten Etappen und die schweren. Die Menschen, die ein Stück mitgegangen sind. Die Orte, die wichtig waren. Entscheidungen, Zufälle, Macken, Leidenschaften, Streit, Versöhnung, Lachen und und und. Das echte Leben eben. Aus hunderten von Trauergesprächen weiß ich:

Kein Leben verläuft schnurgerade und deshalb sollte auch keine Trauerrede klingen wie eine glattgebügelte Biografie.

Ein Mensch darf in einer Lebensfeier so vorkommen, wie er wirklich war. Mit seinen Stärken und Eigenheiten, mit seinem Humor und seinen Ecken.

Eine Trauerfeier braucht keine fertigen Antworten

Bestattung, Friedhof Gohlis, Redner, Trauerredner Leipzig, Wunschredner, Tobias HöhnIch erlebe immer wieder, dass Familien Sorge haben, eine Trauerfeier müsse einer bestimmten Vorstellung folgen. Gar nichts muss! Eine gute Trauerfeier soll vielmehr zu dem dem Menschen passen, um den es geht, und zu denen, die Abschied nehmen. Eine gute Abschiedsfeier eröffnet einen Raum – und dazu gehört manchmal ein Gebet oder ein Rocksong, manchmal Stille und manchmal ein Luftballon mit den Worten „Adieu, gute Reise.“

Genau darin liegt für mich die Aufgabe eines Trauerredners: keine Antworten überzustülpen, sondern zuzuhören. Herauszufinden, was diesen Menschen ausgemacht hat. Welche Sprache zu ihm passt. Welche Erinnerungen bleiben sollen. Und welche Worte den Angehörigen guttun.

Adieu. Und danke für die gemeinsame Reise.

Vielleicht wissen wir nicht, wohin die letzte Reise führt. Aber wir wissen, woher ein Mensch kommt. Wir kennen die gemeinsame Strecke, die Geschichten, die Spuren. Die Momente, in denen er unser Leben verändert hat. Ganz schön viel für einen wertvollen und würdevollen Abschied. Nicht die Antwort auf die Frage, was danach kommt, sondern die Gewissheit, dass vorher etwas war, das bleibt. Das gilt nicht nur für den Abschied eines Menschen, sondern auch für den Abschied eines geliebten Tieres.

Adieu. Gute Reise.

 

 

Diesen Beitrag teilen:
Wunschredner Logo
Podcast

Wunschredner – Leben. Lieben. Lachen.

Begleitet mich auf die größte Abenteuerreise – das Leben. Mit Humor und Tiefsinn. Ich erzähle – manchmal auch mit Gästen – von großen Festen wie Hochzeit, Taufe und natürlich auch Abschied. Die Trauerfeier, letzte Fest eines Menschen auf Erden. Bei all diesen Lebensereignissen spreche ich als freier Redner – als Wunschredner.

Und alle dieser Feierlichkeiten haben eines gemeinsam: Es geht um Leben, Lieben, Lachen.

Ja, auch bei der Trauerfeier darf geschmunzelt werden. Und auch Episoden aus dem Familienleben bleiben nicht verborgen. Von der Erdbestattung eines Regenwurms bis zur Verwandlung von Wasser in Eis.

Ihr sucht einen Redner für eine Trauerfeier? Mitfühlend Authentisch Charismatisch Zur Trauerfeier
01 72 81 21 680 +49 (0)34298 183217 info@wunschrede.de Instagram Profil Facebook Profil