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Letzte Fahrt für einen Feuerwehrmann

Letzte Fahrt für einen Feuerwehrmann 873 1024 Wunschredner - Dr. Tobias D. Höhn

Mir standen die Tränen in den Augen. So viel Herzlichkeit, Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und Wärme durfte ich spüren bei dieser Trauerfeier für einen Feuerwehr-Mann. Aber auch die alles erdrückende Frage nach dem Warum? – Jede Trauerfeier ist anders, aber eines bleibt für mich als Trauerredner gleich: Das Gefühl am richtigen Ort zu sein. Menschen ganz unterschiedlicher Art zu begleiten, zu trösten, zu ermutigen, zu stärken. Danke für dieses Vertrauen in meine Trauerreden.

Da stehen wir nun an einem Februarfreitag, der Himmel in unauffälligem Grau, ein feucht-kalter Wind zieht langsam durch das Winter-Zwiebeloutfit. Ein Wetter, das einem eines signalisieren will: Bleib lieber zuhause. Draußen ist nichts los, ist eh Corona. Wer könnte das vergessen, die Maske auf dem Nasenbein, so dass die Brillengläser schon wieder beschlagen. Nichts los, das stimmt. Es ist verdammt ruhig. Wenn nicht diese Pandemie wäre, wären hier längst mehrere Löschzüge, Blaulicht und auch die Sirene würde jedem verkünden: Heute wird einer von uns zu Grabe getragen. Nach 40 Dienstjahren, ein Jahr vor seiner Pensionierung. Es ist die Trauerfeier für einen Berufsfeuerwehrmann.

Die Worte und die Blumen versprühen Lebensfreude – So wie er war

Drinnen, in der Trauerhalle des Tauchaer Friedhofs, sieht es so gar nicht nach Corona aus. Die Fläche vor dem Altar ist von links bis rechts dicht bedeckt mit Blumen. Strahlende Farben, jedes Arrangement gleicht einer Verneigung. Manche der Sträuße und Gebinde könnten auch auf einem Geburtstags- oder Hochzeittisch stehen, so viel Lebensfreude strahlen sie aus. Und genauso war D., dessen letztes Fest wir heute feiern. Und den wir auf einem Foto, mit einem Drink in der Hand anschauen. “Als letzten Gruß” steht auf seinem Foto, das so wirkt wie ein Gruß aus dem Urlaub. Ein Foto aus anderen Tagen. Die Blicken wechseln zwischen Foto und der liebevoll gestalteten Urne. Der Tod hat D. aus dem Leben gerissen vor ein paar Wochen. Über Nacht, unerwartet. Am Abend davor war er noch einmal bei allen Kindern und Enkeln. Zufall oder Fügung?

Lebenszeit” singen die Puhdys aus dem Lautsprecher, ich denke mir, was wohl ohne Corona wäre? Die Halle wäre viel zu klein. Wir müssten es nach draußen übertragen, im Innenraum würden sie dicht an dicht stehen. Aber vielleicht ist es so ja auch schön. Ihr Leben lang musste die Familie D. teilen, weil er sein Leben in den Dienst der Gemeinschaft gestellt hat. Wie hat er das eigentlich alles geschafft? Woher nahm er die Energie? 12 Menschen dürfen jetzt in die Trauerhalle. 12 – das würde für jeden Verein, jedes Ehrenamt, jede Diensstelle, die er innehatte nicht mal ein Vertreter sein. So ist es die Familie, die engste Familie oder ein Teil davon. Allesamt aufgelöst über den Verlust des Ehemannes, Vaters, Opas…

Im Trauergespräch lerne ich den Mann kennen und schätzen

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Traurredner Dr. Tobias D. Höhn. Seine Wunschreden sind mitten aus dem Leben.

Ich kannte D. nicht.

Und doch kenne ich ihn. Ich habe ihn in einem zweistündigen Trauergespräch kennengelernt, ich habe Abschiedszeilen der Kinder gelesen, an ihn gerichtet. Und ich habe zugehört, gesehen, gespürt und wahrgenommen. D. wurde geliebt und geschätzt, war ein Tausendsassa ohne Allüren, immer bescheiden, ein kleiner Mann mit einem Riesenherz, konnte anpacken und führen, locker und souverän, lebenslustig und demütig. Ob auf Arbeit oder Zuhause, er war die Feuerwehr, immer in Bereitschaft, immer zur Stelle, unprätentiös. Und jetzt fährt er vermutlich im Jenseits schon seinen nächsten Einsatz.

Und ich? Auch ich fahre weiter. Ohne Blaulicht, aber – und ich verwende dieses Wort selten – beseelt. Aber auch dankbar, demütig und in der Überzeugung eine Mission zu haben. Es ist gut zu wissen, wenn man gebraucht wird, seine Fähigkeiten einsetzt für andere – und ihnen etwas schenkt. Und wenn es nur ein Samenkorn der Hoffnung ist, denn daraus kann Großes wachsen.

Einfühlsam, liebenswert, aufmunternd – Die Familie sagt Danke

Wenige Tage später erreichte mich diese Zeilen der Familie und eine 5-Sterne-Bewertung. Wow, was für ein Kompliment. Und ein Auftrag! Aber ich kann versprechen: Jedes Leben ist es wert, erzählt zu werden, dahinter zu blicken, sich nicht mit Oberflächlichkeiten abzugeben.

“Lieber Tobias, ich danke Dir tausendmal für die Begleitung und Deine warmen Worte bei der Beisetzung meines allzu früh verstorbenen Vaters. Du hast es geschafft, mich und sogar meine Mutter während Deiner Rede ein klein wenig aufzumuntern und einige Sonnenstrahlen durch das Dunkel dieses eisigen Winters brechen zu lassen. Einfühlsam hast Du unsere Gedanken aus dem Vorgespräch zusammen gefasst, um aus diesem Wust eine berührende Geschichte zu erschaffen. Wir alle konnten in unserer intimen Runde in der Kapelle des Tauchaer Friedhofs sein Leben, sein Wirken und vor allem die liebenswerte Art meines Vaters noch einmal gemeinsam Revue passieren lassen, sodass der schwere letzte Gang etwas erträglicher wurde. Wir danken Dir von ganzem Herzen und wünschen Dir alles Gute für Deine kommenden Herausforderungen. Verlier Deine Art, hinter die Fassade der Menschen zu blicken, nicht.”