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Nonsens oder nationaler Notfall

Nonsens oder nationaler Notfall 1024 1024 Wunschredner - Dr. Tobias D. Höhn
Die Nacktnasen sind keine so possierlichen Tierchen wie die Steinlaus von Loriot, aber verdienen unsere Aufmerksamkeit. Wären da nicht die Mimosen-Mimen von #allesdichtmachen. Ihnen habe ich den Buchstaben N des Corona-Hochzeits-ABC gewidmet: Nonsens. Aus meiner Sicht als Trauredner, Trauerredner und Familienvater ein No Go!

Corona-Humor geht anders – Zynismus braucht niemand

Dieses Mal wird im Hochzeits-ABC des Wunschredner-Podcast politisiert, immerhin wurde vergangene Woche fast der nationale Notfall ausgerufen, nachdem sich 53 Schauspieler in 53 Videos verewigt haben. Und keine 24 Stunden später einige von ihnen überrascht waren ob der Reaktionen. Nachtigall, ick hör dir trapsen… Erst denken, dann reden – möchte man da sagen. Aber sie haben ja wohl nur vorgeschriebene Texte aufgesagt. Noch schlimmer!

 

Schockierend dabei: Die Denke. Soll das lustig sein? Meinungsfreiheit ja, Kunst vielleicht, mich hat es nicht angeprickelt.

Enttäuschte Brautpaare, verzweifelte Trauernde – Bitte mehr Empathie

Als Trauredner habe ich mit Brautpaaren zu tun, die ihre Hochzeit verschieben müssen – zum wiederholten Male. Sie sind traurig, enttäuscht, manche haben gar keine Lust mehr und alles abgeblasen. Keine Trauung mit Familien und Freunden, keine Feier, was bleibt ist der Verwaltungsakt auf dem Standesamt.

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Als Trauerredner sitze ich bei Familien zuhause, die ihren Liebsten verloren haben – und sich nun nicht mal mehr mit ihrer gesamten Familie würdevoll verabschieden dürfen. Weil teilweise nur zehn Personen erlaubt sind, müssen Enkel und Urenkel zuhause bleiben genauso wie langjährige Weggefährten  und Geschwister. Todesanzeigen in der Zeitung ohne Datum, weil sie Angst haben, dass enge Freunde kommen – und damit die Trauerfeier zur Straftat wird. Von fröhlichen Familienfeiern wie Kinderwillkommensfesten oder Jugendweihen ganz zu schweigen.

Als Vater dreier Kinder bin ich sauer, nein wütend. Dass die Familienfreundlichkeit wie eine Monstranz in vielen staatstragenden Runden gepriesen wird, aber seit einem Jahr auf der Strecke bleibt. Vereinbarkeit von Familie und Beruf – nie waren wir so weit davon entfernt wie heute. Das Land der Dichter und Denker – Bildung wird gewährleistet durch das Ausdünnen von Lehrplänen und Aufrechterhalten durch unermüdliches Homeschooling der Eltern. „Die nächsten Wochen werden noch einmal hart“, das ist der Dauer-Jingle seit einem Jahr.

 

Umso mehr finde ich es richtig und wichtig, wenn sich prominente Schauspieler zu Wort melden. Aber bitte nicht mit der Botschaft “Glück ist, wenn das Pech die anderen trifft.” Das ist zynisch angesichts der Situation auf Intensivstationen, Familien im Ausnahmezustand und und und. Ich wünsche mir etwas mehr Konstruktivismus. Wir können uns die Zeit nicht aussuchen in der wir leben, aber wir können sie gestalten.